Rudolf Caspar Baumberger
Zwischen Noten und Stift – Diese «erbliche Belastung» äusserte sich schon während des Musikstudiums – das beweist in der Ausstellung ein Aquarell von Genfersee, das Rudolf Caspar Baumberger, 19-jährig, am Quai von Ouchy malte. Damals schon konnte er meisterhaft Stimmungen erfassen und auf eindrückliche Weise festhalten.
(Aus: Zwischen Noten und Stift, Werner Raths, Thurgauer Zeitung, 13.10.2010).
Vom Schreiben, Malen und Musizieren – Stimmungsvolle Bilder erwarten den Besucher und zeigen die Schönheit von Blumen, Gärten, Landschaften und Farbspielen. Die Aquarelle des musizierenden Malers und des malenden Musikers – wie er sich selber beschrieb – zeugen von einer reichen Palette von Ausdrucksmöglichkeiten.
(Aus: Vom Schreiben, Malen und Musizieren, Vernissage von Sita Jucker und Rudolf Caspar Baumberger in Geroldswil, Limmat Zeitung, 02.11.1989).
Intensive und lebendige Farben – Rudolf Baumbergers Bilder «leben». Es liegt Bewegung in den Landschaften. Man sieht förmlich die Wolken ziehen und das Wasser fliessen.
(Ausschnitt aus: Intensive und lebendige Farben, Limmat Zeitung, 08.10.1979)
Kurzbiographie
| 1929 | Am 22.06.1929 wird Rudolf Caspar Baumberger in Zürich geboren. |
| 1950 |
Diplom als Lehrer des Cellospiels am Konservatorium Zürich Danach vertieftes Studium an Conservatoire de Paris. |
| 1951 | Mitwirkung als einer 120 Cellisten am Benefiz-Konzert Cello-Musik zu Ehren Pablo Casals zum 75. Geburtstag, Tonhalle Zürich, zugunsten der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi |
| 1953 | Zertifikat für die vertiefte Ausbildung beim Meistercellisten Paul Tortelier, Paris |
| 1955 |
Rückkehr in die Schweiz und Etablieren seiner pädagogischen Tätigkeit, die Rudolf C. Baumberger zeitlebens ausübte. Teilnahme an der Zermatt Summer Academy of Music unter der Leitung von Pablo Casals. |
| 1956 |
Teilnahme an der Zermatt Summer Academy of Music unter der Leitung von Pablo Casals Mitwirkung als einer der 24 Cellisten im Konzert in der Alten Kirche Boswil unter der Leitung von Pablo Casals, zu Ehren dessen 80. Geburtstag, unter dem Patronat von Bundesrat Dr. Philipp Etter Zahlreiche Kammermusik-Konzerte u.a. in Saint-Julien-du-Sault, Frankreich, im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen und in Erlenbach, St. Gallen mit dem Pianisten Laurenz Custer, als Solist in der Wasserkirche Zürich, Orgelkonzerte mit dem Organisten Alfred Kesselring, Konzerte mit dem Custer-Trio (Laurenz Custer, Marlis Metzler, Rudolf C. Baumberger). |
| 1961 |
Teilnahme an der Zermatt Summer Academy of Music unter der Leitung von Pablo Casals Mitwirkung als einer der 24 Cellisten im Konzert der Alten Kirche Boswil unter der Leitung von Prof. Rudolf von Tobel, Feier zu Pablos Casals’ 85. Geburtstag. Ausstellung Landschaftsaquarelle. Schweiz, Norwegen, Finnland, Frankreich, Italien, Griechendland von Rudolf Caspar Baumberger, Kunstkammer zum Strau’hoff, Zürich. |
| 1964 |
Heirat mit Bergliot Julie Hauge, ausgebildete Organistin, in Rolvsöy, Norwegen Der Wohnsitz von Rudolf C. und Bergliot Julie Baumberger ist zuerst in Unterengstringen, dann in Zürich, wo Rudolf C. Baumberger in seinem Musikstudio an der Bergstrasse 133 in Zürich zeitlebens auch seine pädagogische Tätigkeit u.a. mit Lehraufträgen mehrerer Kantonaler Zürcher Gymnasien ausübt. |
| 1966 |
Geburt der Tochter Sunniva Johanna Konzert in Fredrikstad, Östsiden Kirke, Norwegen mit Schwägerin Inga Marie Hauge (Orgel) unter der Mitwirkung des Fredrikstad Instrumentalensemble, unter der Leitung von Sören Gangflöt Zahlreiche Kammermusik-Konzerte u.a. in Zürich, Rüti ZH, Oberaach, Unterengstringen, Lenzburg, Aeskulap-Klinik in Brunnen, sowie zahlreiche Musikabende und Hauskonzert |
| 1969 | Ausstellung Aquarelle und Pestalozzizeichnungen in Unterengstringen |
| 1974 | Geburt der Tochter Katharina Maria |
| 1981 | Teilnahme am XIX. internationalen Cellisten-Meisterkurs in Estoril, Portugal, Leitung Paul Tortelier |
| 1983 | Ausstellung zu Werken von Otto Baumberger, Johanna Baumberger, Rudolf C. Baumberger in Unterengstringen |
| 1985 | Teilnahme am XXII. internationalen Cellisten-Meisterkurs in Estoril, Portugal, Leitung Paul Tortelier |
| 1989 | Ausstellung Aquarelle und Farbenspiele von Rudolf C. Baumberger im Gemeindehaus Geroldswil |
| 2010 | Ausstellung Aquarelle und Pastelle von Rudolf C. Baumberger in der Galerie C, Frauenfeld |
Heirat in eine norwegische Musikerfamilie
Bergliot Julie ist ausgebildete Organistin, ebenso wie ihr Vater Simon Hauge und ihre ältere Schwester Inga Hauge, später Vister.
Die Mutter Borgny Hauge ist ausgebildete Violonistin, wie auch Bergliots Schwestern Bodil Hauge, später Heilborn und Signy Hauge, später Signy Hauge Larsen.Bergliots Bruder Hans Christian Hauge ist Cellist, ihr jüngerer Bruder Simon Walter Hauge ist Violonist. Hans Christian Hauge und seine erste Ehefrau Fröydis Ree Wekre, später auch seine zweite Ehefrau Jaroslava Hauge sind allesamt Berufsmusiker beim Oslo Philharmonic, ebenso wie auch Signy Hauge Larsen und ihr Ehemann Erik Niord Larsen. Bergliots Schwester Bodil Hauge, später Heilborn und ihr Ehemann Jacky Heilborn sind zeitlebens Berufsmusiker beim Royal Stockholm Philharmonic Orchestra.

Fernsehsendung über die Musikerfamilie Hauge im norwegischen Staatsfernsehen NRK, 1974. Rudolf Caspar Baumberger ist u.a. 06:28 gut zu sehen.
SELBSTPORTRAIT
Rudolf Caspar Baumberger, geb. 1929
In das Reich der Musik oder der Malerei dringt keiner allein.
Vorbilder oder Lehrer müssen uns helfen, die Tore zu öffnen. Mir waren drei bedeutende Künstler-Persönlichkeiten als Helfer beschieden.
Schon als kleiner Bub konnte ich im Atelier meines Vaters Otto Baumberger erleben, wie Kunstwerke entstehen. Da gab es eine hellgrüne Landschaft im Sonnenschein in Öl gemalt, die sich langsam bewölkte, um als düstere Regenstimmung in sattem Dunkelgrün ihre letzte Gestalt zu finden. Es wurden kleine Plakatentwürfe mittels Karos auf den grossen, mit Papier bespannten Rahmen gezaubert.
So entstand auch vor dem Auge des Zehnjährigen, auf grosse Platten mit Kohle gezeichnet, die 52 Meter lange «Landi-Wand», wo die ganze Schweizergeschichte dargestellt war.
Der Vater gab mir keinen Unterricht, hingegen Aufmunterung, wenn ich mit Stift und Pinsel hantierte. Durch Gespräche wurde mir seine besondere Methode im Zeichnen vor der Natur vertraut, welche er an der ETH den Architekturstudenten lehrte.
Später waren wir oft auf Reisen, in der Schweiz und nach dem Kriege im Ausland, wobei mein Vater viel skizzierte.
Wir besuchten die Kunstmuseen vieler europäischer Städte (Paris, London, Rom Florenz).
Da wurde ich vor die besten Bilder hingeführt und auf die besonderen Qualitäten dieser Maler aufmerksam gemacht. Kunstgeschichte brachte mir der Vater nicht bei, dafür ein Flair im Erkennen der verschiedenen Stile. Kunstschulen oder Kurse habe ich keine besucht.
Berufsausbildung holte ich im Konservatorium. Anschliessend kam ich nach Paris zu Paul Tortelier. Dort lernte ich, dass ein Musikstück eine innere Wahrheit hat, die es zu suchen gilt.
Durch Paul Tortelier, der bei den Festspielen von Prades mitwirkte, kam ich in die Nähe von Pablo Casals.
Wir Studenten durften alle Proben zu den Konzerten anhören, die Casals leitete. Mit ihm spielten viele von den grössten Musikern aus Europa und Amerika. Wir konnten da erleben, wie Werke unserer grössten Komponisten im Geiste von Casals zum Klingen kamen. Aquarellblock und Pinsel waren auf allen Reisen stets dabei.
1961, zwei Monate nach meinem letzten Meisterkurs bei Pablo Casals und zwei Monate vor dem Tode meines Vaters, hatte ich meine erste Ausstellung im Strauhoff.
Trotz gutem Erfolg arbeitete ich nicht auf weitere Ausstellungen hin. Ich malte stets, was mir Vergnügen bereitete. Neben meiner musikalischen Tätigkeit, vor allem als Lehrer, war das Malen immer ein Erlebnis der Ergänzung, etwas zu machen, das man sieht, und das bleibt.
Es folgten wie von selbst einige Ausstellungen, etwa in Norwegen, der Heimat meiner Frau, und im Dorfe meiner Kindheit, Unterengstringen.
Während den letzten Jahren habe ich besonders viel gemalt, und es freut mich, nun hier* etwas davon zeigen zu können.
Rudolf Caspar Baumberger
*Anmerkung: Privatausstellung im Hause Baumberger, Juni 1989
Fotos
Work in progress.
Instrumente
Vermisstes ViolonCello von Carlo Giuseppe Testore
Ende 2018 wurde ein Violoncello von Carlo Giuseppe Testore aus der Wohnung unseres Vaters in Zürich entwendet. Wer uns Hinweise zum Verbleib dieses Cellos geben kann, ist herzlich gebeten, mit uns Kontakt aufzunehmen.
Erfahren Sie hier mehr zum vermissten Cello von Carlo Giuseppe Testore »
Aquarelle
Wenn Sie Aquarelle aus unserer Sammlung besichtigen möchten, nehmen Sie mit uns Kontakt auf: kontakt@baumbergerlegacy.ch








